Was ist eine BD-Messung?

Der aus dem englischen übernommene Begriff „Blower – Door“ Test heißt wörtliche übersetzt in etwa „Gebläse-Tür“ oder „Ventilator-Tür“.Das mag sich im ersten Moment ein wenig grotesk anhören, ist im Prinzip aber nicht weit von der Realität entfernt.
Der deutsche Fachbegriff für die Messung lautet „Differenzdruck-Messverfahren“.
Bei einer Blower-Door-Messung wir eine spezielle Vorrichtung (die „Venilator-Tür“) um einen Türrahmen gespannt, die den Durchgang bis auf eine runde Öffnung für einen Ventilator komplett abdichtet. Anschließend wird der Raum mit Hilfe des vorhin erwähnten Ventilators im wahrsten Sinne des Wortes aufgeblasen (Es entsteht ein Überdruck). Dieses Verfahren funktioniert auch umgekehrt, indem die Luft abgesaugt wird (Es entsteht ein Unterdruck).

In den nächsten drei Punkten erhalten Sie einen genaueren Einblick, was Sie bei einer Blower-Door-Messung erwartet:

  1. In der ersten Phase wird ein konstanter Unterdruck von 50 Pa (Pascal) oder etwas höher erzeugt und aufrechterhalten. Während dieser Phase wird die Gebäudehüllfläche nach Leckagen (undichte Stellen) abgesucht, an denen Luft unerwünscht hereinströmt. Bei der späteren Nutzung des Gebäudes sind diese Leckagen die Stellen, an denen beheizte Innenluft nach außen entweicht. Größere Fehlstellen lassen sich bereits mit der Hand erfühlen, für kleinere benutzt man Rauchspender (Rauchmaschinen) oder Luftgeschwindigkeitsmesser. Die genauesten Messungen der Luftleckagen sind mittels Infrarotkamera möglich. Auch die Nachweisführungen der undichten Bereiche werden durch die Infrarotbilder sehr exakt und anschaulich wiedergegeben. Somit ist eine gezielte Nachbesserung der Undichtheiten an der annähernd luftdichten Ebene von Gebäuden möglich.

  2. In der zweiten Phase wird ein Unterdruck aufgebaut, wobei man mit kleinen Drücken (10 bis 30 Pa) beginnt und schrittweise (z. B. in 5 bis 10 Pa-Schritten) bis auf den Enddruck (60 bis 100 Pa) erhöht. Bei jedem Schritt wird der jeweilige Luftvolumenstrom in Abhängigkeit von dem Gebäudedruck gemessen und protokolliert.

  3. In der dritten Phase wird ein Überdruck erzeugt und die Messung wird analog zur Unterdruckmessung wiederholt.
Bei Blower-Door-Tests wird zwischen A- und B-Messungen unterschieden. Die A-Messung ist die Endmessung im Nutzungszustand und die B-Messung wird im Rohzustand durchgeführt um die Gebäudehülle zu überprüfen.

Der Ablauf einer Messung ist nicht nur interessant mitzuerleben sondern bringt vor allem auch aufschlussreiche Ergebnisse mit sich. Zudem dient das Verfahren um späteren Bauschäden im Vorfeld entgegenzuwirken. Leckagen in der Gebäudehülle können lokalisiert und vor Bezug des Gebäudes behoben werden. Mit Hilfe der Ergebnisse können Heizkosten minimiert und Förderungen durch das Land gestattet werden.

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